Stau, Schmutz und Schwerlastverkehr: Die Berliner Allee hat sich mehr und mehr von der einstigen Flaniermeile in eine stark befahrene und für Fußgänger wie Radfahrer gefährliche Straße verwandelt. Ob direkte Anwohner*innen, Nachbarn, Familien mit Kleinkindern, Senior*innen oder Menschen mit Handicap: Wir brauchen ALLE einen lebenswerten Wohnraum – dazu gehört auch die Berliner Allee als Weißenseer Lebensader. Jetzt steht die Grundsanierung der Straße ab der Kreuzung Albertinenstraße an. Erste Planungen dazu laufen bereits. Entwerfen wir unsere Berliner Allee und mischen uns aktiv ein! Dazu planen wir einen Aktionstag am 15. Juni 2019 (13:00 – 17:00 Uhr), zu dem Anwohner und Interessierte herzlich eingeladen sind.

Das Projekt wird von engagierten Anwohnern, ansässigen Unternehmen und Institutionen getragen, deshalb benötigen wir eure Mitwirkung und eure Ideen.

Mit dem Aktionstag wollen wir über die Situation an der Allee sowie die anstehenden Veränderungen informieren und für eine Verkehrs- und Stadtentwicklungswende eintreten. Die Allee ist für die Menschen da und nicht vor allem für den KFZ-Verkehr.

Bei unserem Workshop „Bessere Luft, weniger Lärm – Maßnahmen zur Reduzierung des KFZ-Verkehrs auf der Berliner Allee“ am 25. Mai analysierte Gudrun Holtz (BUND/KiezGestalten) die Situation an der Berliner Allee sowie die notwendigen Maßnahmen kurz und knapp in einer Präsentation (link), die wir Euch hier gerne zur Verfügung stellen.

 

Auch bei einer Informationsveranstaltung am 27. Februar im Frei-Zeit-Haus hatten wir die zentralen Probleme und drohenden Gefahren für die Situation an der Berliner Allee bereits ausführlicher dargestellt. Die Informationen der Veranstaltung sind im folgenden verknüpft und die zentralen Inhalte zusammengefasst:

1. Der KFZ-Verkehr auf der Berliner Allee bewegt sich auf stadtweit sehr hohem Niveau, hat aber in den vergangenen Jahren abgenommen. Mit der Abnahme des Verkehrs gibt es Potentiale für den Rückbau der Straße. Geplante Neubauprojekte im Berliner Norden, wie die Umgehungsstraße Malchow, eine neue Verbindung Karow-B2 sowie die Bauprojekte Blankenburger Süden und Krieger-Areal werden zu einer dramatischen Zunahme des Verkehrs auf der Berliner Allee führen und müssen in der geplanten Form verhindert werden. Hier die ganze Präsentation: KFZ-Verkehr auf der Berliner Allee

2. Die Lärm- und Schadstoffwerte, die überwiegend durch den KFZ-Verkehr hervorgerufen werden liegen auf sehr hohem Niveau. Durch eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit (Tempo 30) – die Landesregierung verhindert das – und eine Verschärfung der Gesetze für Autohersteller und die Reifenindustrie auf EU-Ebene – die Bundesregierung verhindert das – könnte die Situation verbessert werden. Hier die ganze Präsentation: Das Lärm-Problem

3. Seit 2011 kämpft die BI KiezGestalten gemeinsam mit Anwohner*innen für die Einführung von Tempo 30 auf der Berliner Allee. Trotz Erfolg vor Gericht verhindert die rot-rot-grüne Landesregierung jedoch die Umsetzung dieses Gerichtsurteils. Dabei würde Tempo 30 zu deutlichen Verbesserungen im Lärmschutz, bei den Emissionen sowie für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden sorgen. Zudem würde sich der KFZ-Verkehr verstetigen. Hier unsere Präsentationen: Warum Tempo 30? Außerdem die Chronologie der bisherigen Ereignisse: Der Kampf um Tempo 30 auf der Berliner Allee

4. Die nördliche Berliner Allee ist in ihrer heutigen Form noch zu DDR-Zeiten gebaut worden. Moderne Ansprüche an eine Hauptverkehrsstraße, die den Ortskern eines Stadtteils durchschneidet, werden in keiner Weise erfüllt. Die BI KiezGestalten hat eine 10-seitige Mängelliste (Link zum download)  erarbeitet. Zentrale Forderungen aus der Liste wurden von der BVV Pankow in mehreren Anträgen übernommen und verabschiedet. Die für ihre Umsetzung zuständige Landesbehörde Verkehrslenkung Berlin (VLB) hat jedoch alle beschlossenen Verbesserungen abgelehnt.

5. Der südliche Teil der Berliner Allee wurde zwar erst vor einigen Jahren erneuert, jedoch weist auch dieser Teil erhebliche Mängel auf. So gibt es keine Fahrradstreifen oder Fahrradwege, sehr schmale Gehwege und nur wenige Querungsmöglichkeiten. Zudem fehlt es an einer ausreichenden Zahl von Fahrradabstellanlagen.