Zum Beispiel so:

Unser Querschnittsvorschlag zum Umbau

Dieser Musterquerschnitt ist für den Abschnitt zwischen Pistoriusstraße und Rennbahnstraße gedacht.

Verzichtet man auf die Befahrbarkeit des Gleisbereichs für Busse (BVV-Forderung 2012/2019)(1), könnte er schmaler werden. Damit wäre unser Musterquerschnitt tatsächlich auch im allerschmalsten Abschnitt der Berliner Allee möglich. Alternativ müsste einer der Baumstreifen entfallen. Die Straßenbahn hätte durchgehend eine eigene Trasse.

In breiteren Straßenabschnitten können breitere Gehwege und/oder Fahrradbügel vorgesehen werden. Da die Baumstreifen baulich gegen Falschparker geschützt sind, können auch sie breiter ausfallen. Wo noch mehr Platz ist, kann dieser für Anpflanzungen oder Ladezonen genutzt werden.

Außerdem sind die Straßenbahnhaltestellen jeweils hinter die ampelgeregelten Kreuzungen bzw. Einmündungen verlegt. Dadurch wird die Straßenbahn wirksam bevorrechtigt und kann die Ampeln ohne Halt passieren. Der Kfz-Verkehr wird trotzdem auf der einen durchgehenden Spur je Richtung leistungsfähig mit Tempo 30 abgewickelt.

An allen Knotenarmen gibt es Fußgängerfurten, also auch dort, wo jetzt keine sind:

  • Nordwestseite der Pistoriusstraße (Second-Handladen – Edeka)
  • Nordwestseite der Buschallee
  • Südostseite der Haltstelle Weißer See zum See
  • Südostseite der Rennbahnstraße

Und auch zwischendurch gibt es an den Haltestellenenden Querungsmöglichkeiten für Fußgänger:innen. z.B. in Höhe Lindenallee (Peter Edel Bildungs- und Kulturstätte), Wegenerstraße (Residenz) und Caseler Straße (Blindenwohnstätte).

Abschnitt zwischen Gürtelstraße – Lehderstraße und Pistoriusstraße

Dieser Abschnitt wurde Anfang der 2000er Jahre saniert. Hier ist noch keine Grundsanierung fällig. Daher kann er kurzfristig nicht groß umgebaut werden. Borde und Gleise werden also erst mal so bleiben.

Damals setzte die Verkehrslenkung Berlin (VLB) gegen den Widerstand des Bezirks je zwei durchgehende Kfz-Spuren pro Richtung durch.

Bereits 2012 stimmten bei einem Ortstermin aber Abteilungsleiter Adam und der damalige VLB-Chef einer Reduzierung auf je eine Kfz-Spur zu. Dort, wo derzeit (mindestens bis Juni 2021) die SEV-Spur markiert ist und ab/bis Gürtelstraße – Lehderstraße (Anschluss) sollen daher Radfahrstreifen markiert werden.

Die Parkplätze könnten im Prinzip bleiben. Aber insbesondere der zu schmale Gehweg auf der Südostseite muss allein dem Fußverkehr zur Verfügung stehen. Auf den Gehwegen haben abgestellte Fahrräder nichts verloren. Es müssen also Autoparkplätze zu Fahrradparkplätzen, auch für Lastenräder und -anhänger umgewandelt werden. Um die verbleibenden Autoparkplätze erreichen zu können, darf der Radfahrstreifen nicht mit Pollern von der Fahrbahn abgegrenzt werden. Damit lädt der Radfahrstreifen leider auch zum Falschparken ein.

Dem kann man mit Parkraumüberwachung und Lieferzonen begegnen. Eine Gebührenpflicht macht die Überwachung wirtschaftlicher.

Sollten Parkstreifen und Radfahrspur vertauscht werden?

Wenn man Parkstreifen und Radfahrstreifen vertauscht, die Parkplätze also in der Mitte anordnet, dürfte der Platz nicht ausreichen. Links fahren die Autos und rechts die Radfahrer:innen. Und dennoch müssen auf beiden Seiten der parkenden Autos die Türen geöffnet werden und Leute ein- und aussteigen können. Außerdem soll es für Rettungsfahrzeuge möglich sein, an einem Autostau vorbei zu fahren. Das ginge bei nur noch einer Kfz-Spur pro Richtung und ohne direkt angrenzenden ausreichend breiten Radweg nicht mehr.

Man kann auch überlegen, ob angesichts der überwiegenden Nahversorgungsfunktion des Einzelhandels auf der Allee und der exzellenten ÖPNV-Anbindung hier unbedingt Autoparkplätze sein müssen. Die Autoparkplätze haben den Niedergang des Einzelhandels auf der Berliner Allee schließlich nicht verhindert.

Bereits jetzt gehen gut 40% der Pankower:innen zu Fuß einkaufen, 17% nutzen das Fahrrad, 21,3 % den ÖPNV und nicht einmal ein Viertel (21,6 %) das Auto (2).

Neben Fahrradparkplätzen wären auch Aufenthaltsbereiche mit Sitzgelegenheiten und Kübelpflanzen, Gastronomie-Bewirtschaftung und/oder kleine Spielplätze denkbar. Dies kann die Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Berliner Allee erhöhen, potentielle Kund:innen anziehen und ihre Verweildauer erhöhen. Der Umgang mit diesen Flächen kann Gegenstand von Beteiligungsprozessen mit den örtlichen Ladenbetreiber:innen, Kund:innen und Anwohner:innen werden.

(1) Mit der Straßenbahnverlängerung vom Pasedagplatz zum S-Bf Pankow könnten sich Änderungen im Busnetz ergeben. Der Umsteigeknoten am Pasedagplatz könnte an Bedeutung verlieren und vielleicht entfällt auch die Buslinienführung über die Berliner Allee. Das war 2012 nicht absehbar.

(2) Mobilität in Städten (SrV 2018), Tabellenbericht für Pankow, Tab. 5.5.1, siehe https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/verkehrsdaten/zahlen-und-fakten/