Die Teilnehmer des Fahrradkorsos

Am 09.09.2026 besuchten Friedrich Erhardt (Bündnis 90/Die Grünen), Devran Basbolat (Die Linke) und Oliver Jütting (Bündnis 90/Die Grünen) den wöchentlichen Fahrradkorso der Bürgerinitiative Berliner Allee.

Seit dem 1. Juli trifft sich die Bürgerinitiative (BI) Berliner Allee jeden Mittwochmorgen mit Unterstützern zum Fahrradkorso auf der Berliner Allee. Gemeinsam fahren wir stadteinwärts, um auf die gefährliche Verkehrssituation auf der Berliner Allee aufmerksam zu machen und ein Zeichen für sichere, durchgängige Radwege in beide Richtungen zu setzen. Bei genügend Teilnehmern fahren wir als Verband im Sinne von §27 StVO.

Am 09.09.2026 besuchten Friedrich Erhardt (Bündnis 90/Die Grünen), Devran Basbolat (Die Linke) und Oliver Jütting (Bündnis 90/Die Grünen) den Fahrradkorso und stellten sich den Fragen der BI.

Zunächst stellte Gudrun Holtz die Forderungen der Bürgerinitiative zur Verkehrswende in Weißensee vor. Tempo 30 auf der gesamten Berliner Allee, durchgängige Radwege, eine durchgängige ÖPNV-Trasse und mehr sichere Querungsmöglichkeiten beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow bereits 2012 und bekräftigte sie 2019. Umgesetzt ist davon bis heute nichts. Auch eine im Koalitionsvertrag angekündigte Machbarkeitsstudie kam nie zustande. Stattdessen läuft seit April 2026 ein 600.000 Euro teures Planungsverfahren, das bis 2031 die Radwegeplanung zwischen Rennbahnstraße und Falkenberger Straße untersuchen soll. Das Ergebnis steht durch die Ausschreibungsbedingungen dabei schon fest: Für die Verhinderung von Radwegen sollen neue Entschuldigungen gefunden werden! Die Bürgerinitiative fordert deshalb, die Berliner Allee zur Landesstraße abzustufen und den Planungsauftrag im Sinne der BVV-Beschlüsse neu auszurichten.

Friedrich Erhardt, Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis 4, unterstützt die Abstufung der B2 zur Landesstraße ausdrücklich. Er verwies auf die Situation in anderen Kommunen: „Fast jede Kleinstadt in Bayern hat eine Ortsumfahrung. Hier geht der Schwerlastverkehr mitten durch den Ortskern, mitten durch die Geschäftsstraße.“ Die bisherige Verkehrspolitik bezeichnete er als „ambitionslos und fantasielos“ und kündigte an, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Abstufung zu schaffen. Auch den bestehenden Planungsauftrag will Erhardt verändern. Die Berliner Verkehrspolitik müsse sich stärker an Lösungen orientieren, die in anderen europäischen Metropolen bereits umgesetzt werden. Der derzeitige Auftrag sei angesichts der damit verbundenen Kosten „Geldverschwendung“.

Devran Basbolat, Kandidat der Linken im Wahlkreis 4, stellte vor allem die Verkehrssicherheit in den Mittelpunkt. Er verwies auf die Sorgen von Eltern und darauf, dass Kinder die Berliner Allee nicht sicher überqueren könnten – etwa auf dem Weg zur Schule oder zur Kita. Die Situation sei auch für Erwachsene schwer einzuschätzen: „Wo kann ich hier rüber? Wie sicher bin ich?“ Hinzu kämen immer wieder Ausfälle der Ampelanlagen. Für Basbolat steht deshalb fest, dass sich an der Verkehrssituation grundsätzlich etwas ändern muss.

Oliver Jütting, Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis 9, beschrieb die Berliner Allee als für alle Verkehrsteilnehmenden ungeeignet und vollständig überlastet. Eine Verbesserung müsse frühzeitig in die Koalitionsverhandlungen eingebracht werden. Dazu gehöre auch die Abstufung von der Bundes- zur Landesstraße. Jüttings prägnante Zusammenfassung: „Das ist keine Bundesstraße, das ist ein Stau.“ Eine Planung müsse deshalb nicht nur den bestehenden Zustand verwalten, sondern Veränderungen ermöglichen. Eine Politik, die vor allem auf eine autogerechte Stadt setze, werde der Situation aus seiner Sicht nicht gerecht: Davon hätten weder Autofahrer*innen noch Radfahrerinnen noch Fußgänger*innen etwas.

Mit dem wöchentlichen Fahrradkorso machen wir auch nach der Wahl weiter Druck. Nach Jahren nicht umgesetzter Beschlüsse fordern wir in der neuen Wahlperiode endlich einen fairen Planungsprozess und konkrete Veränderungen!