Stau, Lärm, Schmutz und Schwerlastverkehr: Die Berliner Allee hat sich mehr und mehr von der einstigen Flaniermeile in eine stark befahrene und für Fußgänger wie Radfahrer gefährliche Straße verwandelt. Ob direkte Anwohner*innen, Nachbarn, Familien mit Kleinkindern, Senior*innen oder Menschen mit Handicap: Wir brauchen ALLE einen lebenswerten Wohnraum – dazu gehört auch die Berliner Allee als Weißenseer Zentrum. Die 2010 beantragte Grundsanierung der Straße ab der Kreuzung Albertinenstraße bis zur Rennbahnstraße wurde allerdings 2020 von der zuständigen Senatverwaltung abgesagt.

Die bestehenden und durch geplante neue Hauptverkehrsstraßen prognostizierten Kfz-Mengen sowie erforderliche Gegenmaßnahmen analysierte Verkehrsingenieurin Gudrun Holtz bereits 2019 in einer immer noch aktuellen, aber unvollständigen – siehe unten – Präsentation (PDF) dazu unter dem Titel „Bessere Luft, weniger Lärm! Maßnahmen zur Reduzierung des Kfz-Verkehrs auf der Berliner Allee.

Die alte Idee der Senatsverkehrsverwaltung einer „Tangentialverbindung Nord (TVN)“ – eine weitere Querverbindung von A114 zur B2 zwischen Blankenburger Pflasterweg und A10 – ist in der oben verlinkten Präsentation noch nicht enthalten:

Unter grüner Leitung wurde die TVN als vierspurig vorgesehene Hauptverkehrsstraße inzwischen zur Erschließung des Neubaugebiets Blankenburger Süden in den aktuellen „Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr (StEP MoVe) aufgenommen.

Der KFZ-Verkehr auf der Berliner Allee bewegt sich auf sehr hohem Niveau, hat aber in den vergangenen Jahren abgenommen. Mit der Abnahme des Verkehrs gibt es Potentiale für den Rückbau der Straße. Geplante Neubauprojekte im Berliner Norden wie die Ortsumfahrung Malchow, eine neue Verbindung Karow-B2, der TVN und das Krieger-Areal sollen – trotz Gerede von der „Mobilitätswende“ – zu einer erheblichen Zunahme des Kfz-Verkehrs auf der Berliner Allee führen. Hier die Präsentation: Kfz-Verkehr Berliner Allee (PDF)

Die Lärm- und Schadstoffwerte, die überwiegend durch den Kfz-Verkehr hervorgerufen werden liegen auf sehr hohem Niveau. Durch eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit (Tempo 30) – die Landesregierung verhindert das – und eine Verschärfung der Gesetze für Autohersteller und die Reifenindustrie auf EU-Ebene – die Bundesregierung verhindert das – könnte die Situation verbessert werden. Hier die Präsentation zum Verkehrslärm von 2019 (vor der Europawahl): Das Lärmproblem (PDF)

Seit 2011 kämpfte die BI KiezGestalten gemeinsam mit Anwohner*innen für die Einführung von Tempo 30 auf der Berliner Allee. Trotz Erfolg vor Gericht verhindert die rot-rot-grüne Landesregierung jedoch die Umsetzung dieses Gerichtsurteils. Dabei würde Tempo 30 zu deutlichen Verbesserungen im Lärmschutz, bei den Emissionen sowie für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden sorgen. Zudem würde sich der Kfz-Verkehr verstetigen. Hier unsere Präsentationen: Warum Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen? (PDF) Außerdem die Chronologie der bisherigen Ereignisse: Der Kampf um Tempo 30 auf der Berliner Allee (PDF)

Die nördliche Berliner Allee ist in ihrer heutigen Form noch zu DDR-Zeiten gebaut worden. Moderne Ansprüche an eine Hauptverkehrsstraße, die den Ortskern eines Stadtteils durchschneidet, werden in keiner Weise erfüllt. Die BI KiezGestalten hat eine 10-seitige Mängelliste (Link zum download erarbeitet. Zentrale Forderungen aus der Liste wurden von der BVV Pankow in mehreren Anträgen übernommen und verabschiedet. Die für ihre Umsetzung zuständige Landesbehörde Verkehrslenkung Berlin (VLB) hat jedoch alle beschlossenen Verbesserungen abgelehnt.

Der südliche Teil der Berliner Allee wurde zwar Anfang der Nullerjahre erneuert, jedoch weist auch dieser Teil erhebliche Mängel auf. So gibt es keine Fahrradstreifen oder Fahrradwege, sehr schmale Gehwege und nur wenige Querungsmöglichkeiten. Zudem fehlt es an einer ausreichenden Zahl von Fahrradabstellanlagen.