Am 19. September, anlässlich des Parking Day, nahmen ausgewählte Politiker:innen verschiedener Parteien an unserem „verkehrspolitischen Spaziergang“ über die Berliner Allee von Rennbahnstraße zum Antonplatz teil.

Mit dabei waren Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch von den Grünen, MdA und verkehrspolitischer Sprecher Tino Schopf und Bezirksverordneter Henrik Hornecker, beide SPD. Von der Linken waren ein paar junge Mitglieder dabei: Katrin Ruder, Matthias Ritter und Katrin Freese. Die eingeladenen CDU-Vertreter hatten alle abgesagt.

Wir hatten unser Lärmmessgerät dabei und konnten die von der Senatsumweltverwaltung berechneten – extrem hohen – Lärmmittelwerte überprüfen: Wir hatten durchgehend über 70 dB(A) und damit jenseits aller Prüf-, Orientierungs- und Grenzwerte für Verkehrslärm außerhalb reiner Gewerbegebiete. Der Spitzenwert war 109 dB(A), was als akut gesundheitsschädlich gilt.

Unsere Verkehrsfachfrau zeigte die Probleme und Defizite dieses Straßenabschnitts und erläuterte Verbesserungsmöglichkeiten, die nach einem Regierungswechsel hoffentlich möglich und wünschenswert sind:

  • Umwandlung der jeweils rechten Fahrspur in einen Radfahrstreifen. Das mindert den Lärm und ermöglicht auch Radfahrenden u. a. das Einkaufen auf der Allee
  • Nachrüstung fehlender Fußgängerfurten an den Kreuzungen insbesondere an Rennbahnstraße und Indira-Gandhi-Straße
  • Tempo 30 auch tagsüber vor den Senioreneinrichtungen und an Schulwegen ist schon aufgrund des Lärms rechtlich möglich – wenn man denn will
  • Abstufung von Bundes- zu Landesstraße. Dadurch entfällt die Straßenbaulast des Bezirks und verkehrsrechtliche Maßnahmen werden einfacher. Der Bezirk kann die Abstufung beantragen bzw. erklagen
  • Tempo 30 permanent entlang des gesamten Abschnitts
  • Lkw-Verbots nachts
  • Umleitung des Lkw-Verkehrs über Hansa- und Darßer Straße
  • Ampelsteuerungen mit echtem Vorrang für die Straßenbahn
  • Verbreiterung der Zuwegung zur Haltstelle Antonplatz stadtauswärts

Die Teilnehmer:innen waren sehr interessiert ob der anscheinend neuen und überraschenden Informationen.

Es ist technisch möglich und rechtlich zulässig, die Berliner Allee zu zivilisieren und in eine multifunktionale, lebendige Straße für Alle umzuwandeln!

Und zwar – bei entsprechender politischer Vorbereitung – binnen einer Wahlperiode und ohne viele Millionen Kosten.

Auf verkehrspolitischer Führung, v. l.: Tino Schopf, Cordelia Koch, Henrik Hornecker.

Anschließend gab es bei schönstem Wetter anregende Gespräche bei Kaffee und Kuchen mit weiteren Mitstreiter:innen der Initiative sowie Anwohner:innen an unserer gedeckten Tafel auf mehreren Parkplätzen in der Bizetstraße zwischen Bibliothek und Musikschule.