Frage 2: Werden Sie dafür Sorge tragen, dass die Berliner Allee von Steigerungen des PKW- und LKW-Verkehrs verschont wird, indem die geplanten Straßenneubauprojekte Umgehungsstraße Malchow inkl. Verbindung Neu-Hohenschönhausen – B2, Tangentialverbindung Nord, Verbindung Karow-B2 nicht gebaut werden?

Die Linke – Bezirksverband Pankow:

Teilweise. Die TVN als vierspurige, autobahnähnlich Stadtstraße, gegen die DIE LINKE. Pankow seit 2007 entschiedenen Widerstand geleistet hat, ist mittlerweile auch von der Senatsverkehrsverwal- tung aufgegeben worden. Das Straßennetz im gesamten Nord-Ost-Raum, der mehr umfasst als nur die B2 selbst, ist jedoch unterentwickelt. Darum halten wir sowohl die Straßenverbin- dung Karow – B2 als auch Neu-Hohenschönhausen – B2 für notwendig, weil sie mindestens den nördlichen Teil der Berliner Allee zwischen Indira-Gandhi- und Rennbahnstraße entlasten werden. DIE LINKE. Pankow ist ebenfalls der Ansicht, dass der Ortsteil Malchow und die dort lebenden Menschen vom Durchgangsverkehr entlastet werden müssen. Deswegen halten wir auch die Umgehungsstraße Malchow für sinnvoll. Um den PKW-Verkehr nachhaltig zu begrenzen, setzen wir uns außerdem dafür ein, die Stra- ßenbahn von der Rennbahnstraße über die B2 durch Malchow nach Karow zu verlängern.

Bündnis 90/Die Grünen Pankow:

Ja. Die genannten Straßenneubauprojekte lehnen wir ab und haben dies auch in unserem bezirklichen Wahlprogramm dokumentiert. Die Umgehungsstraße Malchow steht allerdings noch immer im Bundesverkehrswegeplan, der Gesetzesrang besitzt. Der Eintrag in den Bundesverkehrswegeplan ist durch die früheren Landesregierungen zu verantworten. Es wird nicht einfach sein, das Projekt dort wieder herauszubekommen. Wenn dies gelingen soll, müssen sowohl im Berliner Abgeordnetenhaus als auch im Bundestag entsprechende Mehrheiten nach der Wahl vorhanden sein. Wir werden uns weiter dafür mit aller Kraft einsetzen.

Klimaliste:

Wir sprechen uns ausdrücklich gegen den Bau aller genannten Straßen aus. Steigendem Pendelverkehr nach Berlin rein muss mit einem verbesserten ÖPNV-Angebot begegnet werden. Umsteigemöglichkeiten vom Auto in den ÖPNV für Menschen, die noch nicht ausreichend angebunden sind, müssen am Stadtrand bereitgestellt werden. Wir stehen hinter dem Gesetzesentwurf der Initiative „Berlin Autofrei“, nach dem in einem ersten Schritt der Autoverkehr innerhalb des S-Bahn-Ringes massiv eingeschränkt werden soll. Ausnahmen für mobilitätseingeschränkte Menschen, Handwerker:innen, Lieferverkehr und sporadische Fahrten aller Bürger:innen sind hier mitgedacht. Es wird also insgesamt weniger Gründe geben, warum Menschen mit dem Auto die Berliner Allee befahren werden.

SPD Pankow (Dennis Buchner):

Die verkehrliche Gestaltung des Straßenraumes der Berliner Allee als Bundesstraße stellt Politik und Verwaltung vor große Herausforderungen, nimmt zugleich aufgrund ihrer zentralen verkehrlichen Bedeutung als Bundesstraße aber auch eine besonders hohe Priorität ein. Auch die Ortsumfahrung Malchow (westlich) zur Entlastung der Ortslage Malchow (neue B2) ist im aktuellen Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr 2030 bereits als Maßnahme festgeschrieben. Veranlasst durch das Bundesministerium für Verkehrliche Infrastruktur
und finanziert über den Bund soll diese für ca. 20 Mio. Euro bis 2030 entstehen. Eine Machbarkeitsstudie ist vorhanden und die Maßnahme genießt vordringlichen Bedarf im aktuellen Bundesverkehrswegeplan.
Der Abschnitt Buch-Karow-Blankenburg ist bereits heute überlastet und störanfällig. Durch die Maßnahmen wird Durchgangsverkehr aus Blankenburg und Buch herausgehalten. Wir befürworten daher die Anbindung der Kreuzung Alt-Karow/Bahnhofstraße an die B2/Am Luchgraben. Die stauanfällige Verkehrskreuzung Krugstege/Bahnhofstraße wollen wir durch die Verkehrslösung Heinersdorf und eine Verschwenkung des Blankenburger Pflasterwegs entlasten. Der Heinersdorfer Ortskern ist von permanenten Verkehrsproblemen geplagt. Zur Entlastung der Situation befürworten wir außerdem die Planungen für eine Verkehrslösung in Heinersdorf mit verschiedenen Komponenten sowie der Unterquerung der Eisenbahn nördlich des S-Bahnhofs
Heinersdorf. Die Verkehrslösung ermöglicht die Umfahrung des Knotenpunkts Heinersdorf Kirche und eine zusätzliche Straßenverbindung und entlastet auch die Bahnhofstraße in Blankenburg.

 

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